VON MIELECH ZU SØREN

EIN DÄNE KOMMT NACH HAGEN

„Wie bist Du eigentlich nach Hagen gekommen?“, ist eine typische Frage, die man mir stellt, wenn man mich neu kennenlernt.

Die Geschichte ist schnell erzählt:

Ich wollte nach der Schule in Dänemark gerne ins Ausland und hatte schon verstärkt London im Visier. Inklusive eines Jobs bei Harrods, worum mich meine Freunde stark beneideten. Der Einzige, der damit nicht einverstanden war, war mein Vater: „Alle Dänen sprechen Englisch, Deutsch ist wichtiger, geh lieber nach Deutschland. Aber wer hört im Alter von zarten 20 Jahren schon auf seinen Vater? Ich nicht, und so war alles beschlossene Sache: London calling. Doch was macht der kluge Vater? Er tut, als wenn er einverstanden wäre und greift zu einer List: sein trendiger, von der Jugend anerkannte Kollege wurde vorgeschickt, um mit dem Filius zu reden – und siehe da, nach einigen Kommentaren: London kann jeder, in Berlin pulsiert das Leben, war ich überzeugt und ging nach Berlin. Ich arbeitete in Spandau bei einem Berliner, der seine drei Läden von Herrn Mielech übernommen hatte und seit mehreren Jahren Dänen als Praktikanten nahm. Berlin gefiel mir und aus dem einen Jahr wurden drei. Zurück in Dänemark wuchs die Unzufriedenheit. In Berlin war ich das eigenständige Arbeiten gewöhnt, Dänemark wieder Angestellter. Zwar leitend, aber es war kein Vergleich. Ich nahm meinen Urlaub, um den Berlinern weiter beim Einkauf zu helfen und sprach regelmäßig von meinem Wunsch, mich selbständig zu machen.

1986 GING ALLES LOS

Das ist in unserer Branche mehr als schwierig, da man wirklich viel Eigenkapital braucht und die Banken dem Einzelhandel auch damals schon nicht sehr wohl gesonnen gegenüber waren. Nun ein kleiner Exkurs: Besagter Herr Mielech hatte in den 50ern bereits viel Weitblick und neben den Berliner Geschäften noch einen Laden in Köln und in Hagen eröffnet. Er sorgte sich um die Zukunft Berlins aufgrund der Mauer und wollte weitere Standbeine im Westen haben. Mein Berliner Chef und Mentor bot mir also an, seine Hälfte am Hagener Mielech-Laden zu übernehmen. Das Geschäft sei auf einem ständigen Abwärtstrend, aber mit viel Ehrgeiz und Know- How wieder auf Vordermann zu bringen, war seine Meinung. Also übernahm ich seine 50 Prozent und machte mich an die Arbeit. Das einzige, was ich zu hören bekam, wenn ich gefragt wurde, was ich mache, war: Mielech? Ist das nicht der alte und teure Damenladen am Theater? Was machst Du denn da? Aber mit viel Spaß, Enthusiasmus und den richtigen Leuten an meiner Seite schafften wir es, langsam das Blatt zuwenden. Die Modenschauen trugen zur Imageänderung bei, die ersten Borussen betraten den Laden und so langsam wurden wir zum Geheimtipp. Irgendwann schied mein Kompagnon aus und der Name des Geschäftes wurde von Mielech in meinen Vornamen Søren geändert. Geld für große Umbauten hatten wir nicht, aber nach und nach wurde das Geschäft auf den neuesten Stand gebracht, die letzten Umbauten waren die Eröffnung der 2. Herrenetage und 2016 die Kompletterneuerung der Damenetage. Heute bin ich seit 26 Jahren in Hagen und habe es nicht bereut, diesen Schritt gegangen zu sein. 2014 ist Rasmus, ebenfalls Däne, in das Geschäft eingestiegen. Wir freuen uns auf die Zukunft und die weiteren Herausforderungen. Wir hoffen, dass wir Sie auch künftig begeistern können und Sie uns weiter interessiert begleiten.

Rasmus Breinhild-Olsen und Søren Kloch

SCHLICHTE FICHTE, FERTIG AB UND LOCKER BLEIBEN!

Søren Kloch
EIN DÄNE KOMMT NACH HAGEN